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UPCOMING ACTS:
10.12.Stanfour
In memoriam:
Die Ustica- und Ramstein-Tragödie.
Hintergrund: Die Tragödie von Ustica
Am Abend des 27. Juni 1980 reißt ein Flugzeugabsturz vor der Küste Siziliens 81 Menschen
in den Tod - darunter 30 Kinder. Die schleppenden Ermittlungen bieten in der Folge viel
Stoff für Hypothesen und Verschwörungstheorien: Radaraufzeichnungen der Unglücksnacht
fehlen; das italienische Militär sowie die Nato-Partner USA,
Frankreich und Großbritannien verweigern die Zusammenarbeit - und wichtige Zeugen sterben,
zuletzt zwei Piloten, die als Mitglieder der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori
1988 die Katastrophe von Ramstein auslösten. Wenige Tage später wollten sie vor einem
italienischen Untersuchungsausschuss aussagen. Letztlich ist der Unglückshergang bis
heute nicht geklärt. Dennoch wird im Januar 2007 der Fall juristisch abgeschlossen.
Doch 2008 bringt eine Aussage des ehemaligen Staatschefs Francesco Cossiga die Ermittlungen
erneut in Gang: Die Maschine sei von französischen Jagdfliegern abgeschossen worden,
deren Ziel das Flugzeug mit dem lybischen Staatschef und Revolutionsführer
Muammar el Gaddafi an Bord war, das auf seinem Weg nach Warschau jedoch überraschend
nach Malta abdrehte - laut Cossiga, weil Gaddafi vom italienischen Geheimdienst gewarnt wurde.
Eine tragische Verwechslung.
Ein Stück Trauerarbeit:
Pippo Pollinas "Ultimo volo - Der letzte Flug"
Die Angehörigen der Ustica-Opfer kämpfen bis heute um die vollständige Aufklärung der Katastrophe.
Allein sieben Jahre kämpfen sie, bis das Wrack 1987 aus dem Meer geborgen wird. Heute steht es
im Museo per la memoria della strage di Ustica in Bologna - dort, wo der verhängnisvolle
Flug damals startete. Zur Eröffnung des Museums am 27. Juni 2007 beauftragen die
Hinterbliebenen den sizilianischen Liedermacher Pippo Pollina mit
einer Komposition über die Tragödie: Ultimo volo - Der letzte Flug. Der umjubelten
Premiere in Bologna folgen Aufführungen in Rom, Palermo und Zürich. Jetzt ist das Stück
endlich auch in Kaiserslautern zu sehen.
Seit vielen Jahren steht Pippo Pollina mit seinen politischen, gesellschaftskritischen
Songs beherzt für Freiheit, Frieden und Menschenrechte ein. Er ist aber auch ein Meister
poetischer Balladen und gefühlvoller Arrangements - ein echter Cantautore (italienisch für
Liedermacher, Singer-Songwriter). Das Unglück von Ustica ist ihm ein ganz persönliches
Anliegen: Ein Freund von ihm war damals an Bord. Und für Pollina steht außer Frage,
"dass in dieser Nacht eine Kriegsaktion stattfand. Mitten im Frieden." Sein Bühnenwerk
nennt Songpoet Pollina im Untertitel Orazione civile - eine Kombination aus orazione
(Gebet, Andacht) und azione civile (Zivilklage). Im Zentrum des Stücks steht das Flugzeug
selbst, das in poetischen Worten seine Geschichte erzählt - vom unbeschwerten Fliegen
über den tragischen Sturz und die Jahre auf dem Meeresgrund bis zu seiner letzten Reise
ins Museo per la Memoria in Bologna. Das Flugzeug reflektiert die Gefühle der Hinterbliebenen,
für die das Wrack "viel mehr ist als nur das Symbol unseres jahrzehntelangen Kampfes",
sagt Daria Bonfietti, die Leiterin des Ustica-Museums und Vorsitzende der Hinterbliebenen.
Das Flugzeug ist der Ort, an dem der letzte Blick unserer Lieben haften geblieben ist."
Pippo Pollina hat ihm eine Stimme gegeben.
Ultimo volo ist ein Stück Trauerarbeit, ein Plädoyer gegen das Vergessen -
und für die Wahrheit. Ein nachdenkliches, bewegendes Oratorium für
drei Sprecher, 23-köpfiges Streichorchester, das Palermo Acoustic Quartet und
natürlich Pippo Pollina selbst, den unvergleichlichen Interpreten seiner
Songs.
Daria Bonfietti, das Ehepaar Hartmut und Sybille Jatzko, Betreuer der
Nachsorgegruppe von Ramstein, sowie Überlebende und Hinterbliebene der Ramstein-Katastrophe
werden die Aufführung besuchen. Dies zeigt die Brisanz des
Themas für alle Beteiligten - auch nach rund 30 (Ustica) bzw. 20 (Ramstein)
Jahren. In diesem Sinne ist Ultimo volo auch mehr als ein Stück nur über Ustica:
eine viel weiter reichende poetisch-musikalische Reflexion über Trauer und
Schmerz, aber auch Trost und Hoffnung nach einem Unglück oder
Terroranschlag. (Info)
An oratorio in memory of the Ustica and Ramstein flight-tragedies.
Pippo Pollina, voc/p/g
Palermo Acoustic Quartet: Gaspare Palazzollo, sax; Luca Lo Bianco, b
Walter Keiser, d/perc; Jean-Pierre von Dach, g
Willy Honegger (Musikalische Leitung)
Rezitation: Anne Osterloh, Günter Brombacher (Theaterhaus Stuttgart), Holger Kraft
23 Streicher des Pfalztheater-Orchesters Kaiserslautern
@ Freitag + Samstag, 04. + 05.06. • June 04 and 05,
20:00, Kammgarn > Kasino
VVK: EUR 23,- (plus 2,- VVK-Gebühr) / AK: EUR 25,-
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